Was ist Tonfa?

Geschichte des Tonfa

Ca. 1243 entstand das Kobudo (Waffensystem). Zum Anfang des 14. Jahrhunderts hat der Großmeister Matsu den Tonfa während einer Reise in China kennen gelernt und ihn dann mit in seine Heimat Okinawa gebracht. Dort entwickelte er den Tonfa als Waffensystem weiter.

Um 1430 wude den Bauern das Tragen von Waffen verboten. Dies wurde lediglich dem Samurai gestattet. Aus dieser Not heraus entwickelten die Bauern Waffen aus Dingen des täglichen Gebrauchs (Tonfa, Kama, Nun-Chaku etc.).

Aus Überlieferungen gibt es 3 Möglichkeiten der Herkunft des Tonfas:

  • der Griff zum Drehen eines waagerecht liegenden Mühlrades
  • der obere Griff einer Sense – Tonfa (der untere Teil wurde zum Kama)
  • der Griff, mit dem ein senkrecht stehendes Mühl- oder Wasserrad in Betrieb genommen wurde

Nach Erfindung und Einführung des Schießpulvers verlor das Kobudo zunehmend an Bedeutung. Trotzdem wurden sie weiterhin von Generation zu Generation weitergegeben.

Heute wird das Tonfa in traditionellen in Vereinen und in öffentlichen Bereichen (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) als MES (Mehrzweckeinsatzstock) genutzt.

Das Tonfa besteht aus einem langen Schaft von etwa Unterarmlänge und einem seitlichen Griff (Tsuka) im oberen Drittel. Den langen Teil des Tonfa hält man so, dass er fest an der Außenseite des Unterarms anliegt. Dabei kann das Tonfa als Verteidigungs- und Angriffswaffe genutzt werden, wobei ein lockeres sicheres „Handling“ unverzichtbar ist. Bei Schlagtechniken erreicht man mit dem Tonfa große Geschwindigkeiten und kann dadurch sehr wirkungsvolle Schläge ausführen. Deshalb sind im Training äußerste Präzision sowie geschickte, schnelle Hände und ein gutes Augenmaß gefragt. Grundlegend sind Stellung, Haltung und Bewegung mit den Tonfa ähnlich wie im Karate Do. Die Waffe kann aber auch als verlängerter Unterarm benutzt und somit eine größere Distanz zum Angreifer geschaffen werden. Wer mit den Tonfa gut umgehen will, muß den Wechsel von An- und Entspannen beherrschen, damit das Tonfa in der Hand gleiten bzw. die Kraft auf einen bestimmten Punkt gerichtet werden kann. Tonfa werden paarweise gebraucht und die Techniken, wie im Karate, als Tonfa-Kata überliefert und weitergegeben.

Da das Tonfa eine sehr effektive Waffe ist, wird es inzwischen weltweit bei vielen Polizeitruppen, so z.B. in den USA und beim BGS, eingesetzt. Das Tonfa sollte nicht als irgendein Schlagholz für die Straße angesehen werden, sondern als traditionelle Kobudo-Waffe, mit der man auch dementsprechend bewusst umgehen sollte.

Polizei

Der Tonfa – polizei-interne Bezeichnung „EMS schwer“ (EinsatzMehrzweckStock, schwer) – ist eine der wichtigsten Waffen der deutschen Polizei und wird zum Schutz der Polizeibeamten bei Festnahmen von Gewalttätigen oder als Mittel des unmittelbaren Zwangs von Streifenpolizisten wie auch von Angehörigen der Bereitschaftspolizei eingesetzt.

Zudem erfüllt er aber auch ganz andere Aufgaben, so z. B. die Verwendung als Hebelwerkzeug zum Öffnen von verklemmten Fahrzeugtüren nach Unfällen oder zum schnellen Einschlagen von Scheiben und der anschließenden Bergung von Personen.

Militär

Auch bei der deutschen Bundeswehr wird seit geraumer Zeit der Tonfa als Schlagstock genutzt. Diese Waffe (als RMS – Rettungsmehrzweckstock bezeichnet) ist jedoch ausschließlich der Militärpolizei (Feldjäger) vorbehalten. Der RMS dient als „Hilfsmittel körperlicher Gewalt“ und stellt somit ein Einsatzmittel unterhalb der Schwelle des Schusswaffengebrauchs dar. Deutsche Militärpolizisten müssen jährlich im Zuge eines Trainings ihre Fertigkeiten im Umgang mit dem Tonfa üben.

Herkunft des Kubotan

Der Kubotan findet erstmals Erwähnung im Jahr 1185 als japanische Faustwaffe in Holzform zur Unterstützung von Schlag- und Stoßtechniken. Einsatz findet er auch bei sogenannten Druck- oder Nervenpunkten. Er wurde zunächst hauptsächlich von Ninja’s, auch in der bekannten Form von Wurfwaffen (Shuriken), verwendet. 1973 entdeckte der japanische Großmeister Kubota Takayuki (8. Dan Karate, 6. Dan Giyakute Jitsu, 3. Dan Judo, Meister im Kendo) diese Waffe wieder und unterstützte durch sein System die weitere Verbreitung des Kurzstockes. Im Laufe der Zeit fand der Kubotan seinen Weg in viele Disziplinen. Er ist einfach zu handhaben und kann praktisch in jede Selbstverteidigungs- und Kampfsporttechnik eingebunden werden. Kubotan ist kein eigenständiges System an sich, sondern ein Instrument zur Unterstützung von Techniken. Es gibt keinen Titel oder sonstige Graduierungen dafür. Der Kubotan ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: Kubotan – Ninjutsu, Karate, Kobudo Yawara – Jiu Jitsu Palm, Dulo – Eskrima.

Ein Kubotan ist eine Waffe, welche in verschiedenen Kampfkünsten Verwendung findet.

Der Umgang mit dem Kubotan wird überwiegend im Kobudo, Modern Arnis und Ju-Jutsu Praktiziert. Auch in vielen anderen Kampfsportarten, wie z.B. dem Karate oder Jiu-Jitsu findet diese Waffe Verwendung. Im wesentlichen ist ein Kubotan ein kurzer Stock, der als Druckverstärker genutzt wird.

Ein Kubotan sollte einige Zentimeter länger sein als die Hand des Benutzers breit ist, so dass er, in der Faust gehalten, an beiden Seiten ein wenig übersteht. Die meisten Kubotan sind etwa 13 bis 15 cm lang, die Dicke variiert je nach Material zwischen einem und 2,5 cm. Viele sind ausserdem mit Rillen für bessere Griffigkeit versehen.

Manche Exemplare sind an den Enden angespitzt oder abgerundet, viele der heute erhältlichen Waffen dieser Gattung verfügen über eine Bohrung, welche es ermöglicht sie als Schlüsselanhänger zu verwenden.

Ein Kubotan besteht in den meisten Fällen aus Kunststoff, Aluminium oder Holz. Der Ursprung der Waffe ist umstritten, er wird unter anderem auf den Philippinen oder in Japan vermutet.

Je nach favorisierter Herkunftstheorie wird das Kubotan auch als Yawara-Bo, Pasak, Dulo-dulo, Palmstick oder seit neuestem auch einfach als Pocketstick bezeichnet. Wahrscheinlich kursieren noch viele weitere Bezeichnungen.

Die Waffe besteht aus ein oder zwei schmalen oder dicken Stäben, welche seitlich aus der geschlossenen Haltehand herausragen. Yawaras werden zumeist in beiden Händen zugleich benutzt, um Wurftechniken zu unterstützen, Knochen zu brechen oder Druckpunkte des Gegners anzugreifen. Yawaras lassen sich leicht verdeckt tragen und unterliegen in vielen Staaten keinen gesetzlichen Einschränkungen.